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Der War for Talents - der Kampf um Nachwuchskräfte in Fachbereichen - hat auch Österreich erreicht. Was Führungskräfte über das Phänomen wissen sollten. War of Talents, Suche nach Fachkräften, Nachwuchstalente, Generation Y.

Trend erklärt: Führungsstile der Zukunft. Was versteht man unter WAR FOR TALENTS?

Enes Seljubac / 27. August 2018

„War for Talents“ oder der „Kampf um die Talente“: Hinter diesem etwas dramatisch klingenden Begriff steht die Suche nach Fachkräften in der Arbeitswelt und der Mangel an solchen. Vor allem die Nachwuchstalente, sogenannte „Young Professionals“, sind Studien zufolge heiß umkämpft am Stellenmarkt. Wie Ihr Unternehmen den Kampf um die Fachkräfte gewinnen kann, erfahren Sie hier.

Die Phrase „War for Talents“ tauchte erstmals 1997 in einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey & Company auf. Gemeint war damit die immer schwieriger werdende Suche nach qualifiziertem Personal in Unternehmen und der daraus resultierende „Kampf um junge Talente“.

Nachwuchstalente also, die das Potenzial besitzen, sich schnell einzuarbeiten und weiterzuentwickeln. Der War for Talents - der Kampf um Nachwuchskräfte in Fachbereichen - hat auch Österreich erreicht. Was Führungskräfte über das Phänomen wissen sollten. War of talents

Fachkräftemangel in Österreich

Der „War for Talents“ hat auch Österreich erreicht – der Mangel an qualifiziertem Personal steigt von Jahr zu Jahr. Laut Industriellenvereinigung fehlen in den produzierenden Betrieben bereits 15% bis 20% von etwa 60 000 benötigten Fachkräften (das sind etwa 10 000 bis 11 000 Fachkräfte).
[Quelle: Standard.at, Stand Mai 2018]

Das Staufenbiel Institut und Kienbaum Communications haben Unternehmen zu deren Einschätzung der Lage befragt. Auch hier zeigt sich, dass das Rekrutieren von Fachkräften als immer schwieriger empfunden wird:

Studie Wie stark spuren Sie Fachkraeftemangel? War for Talents, Nachwuchstalente

Studie Wie hat sich Bewerberqualitaet veraendert? War for talents, war of talents, fachkräfte, nachwuchstalente, arbeitsmodelle, trendsAber: Laut einer Studie des Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsunternehmens EY wollen österreichische mittelständische Unternehmen in Zukunft vermehrt Mitarbeiter anstellen.

Die Rekrutierung von Fachkräften wird also hierzulande als immer schwieriger empfunden: Von den 900 von EY befragten Unternehmen haben vier von fünf Schwierigkeiten, geeignete Fachkräfte zu finden – ganze 30% sogar erhebliche! Der Fachkräftemangel wird dabei von 59% der Firmen als größtes Risiko im Mittelstand genannt, gefolgt von „zunehmendem Wettbewerb“.

Am stärksten betroffen ist dabei der Sektor Transport & Verkehr (86%), dicht gefolgt von Real Estate (83%), Handel & Industrie (82%) und Konsumgüter (80%). Die meisten Vakanzen gibt es dabei in der Produktion im technischen Bereich.

Wie können Unternehmen den „War for Talents“ gewinnen?

Bewerbern stehen mehr Informationen über die Unternehmen zur Verfügung als jemals zuvor – und das bereits vor der Einstellung. Auf Arbeitgeberbewertungskanälen können sie sich über die Qualität des Arbeitsplatzes informieren, online die Websites der Firmen vergleichen – und sich die besten Angebote herauspicken.

Deshalb ist es wichtig, diverse Faktoren zu beachten, wenn es um Rekrutierungsmethoden geht. Etwa den Kanal, auf dem nach Nachwuchstalenten gesucht wird – vor allem E-Recruiting ist mittlerweile unumgänglich!

Lehrlingsausbildung in der Praxis

Lehrlingsausbildung in der PraxisBilden Sie Nachwuchstalente direkt im eigenen Betrieb aus! Tipps dazu gibt’s im Standardwerk für Ausbilder und Personalverantwortliche Lehrlingsausbildung in der Praxis.


Wichtige Änderungen für Lehrbetriebe seit 1.1.2018 – informieren Sie sich im Standardwerk für Ausbilder und Personalverantwortliche!

Laut Unternehmern sind diese Faktoren besonders wichtig für die Young Professionals:

umfrage was ist absolventen wichtig, arbeitgeberwahl kriterien, war for talents, suche nach fachkräftenEmployer Branding: Die Arbeitgebermarke als Magnet

Employer Branding, also das richtige Marketing des eigenen Betriebes, wird im Zuge des Fachkräftemangels immer wichtiger. Die richtige Präsentation der Eigenmarke und das Nach-Außen-Tragen von besonderen Vorteilen für die Arbeitnehmer erhöhen die Attraktivität des Unternehmens für Young Professionals.

Die Marke des potenziellen Arbeitgebers ist vor allem für Millennials ein wichtiges Auswahlkriterium!

Zeigen Sie z.B., dass Sie Ihren Mitarbeitern Möglichkeiten zur Weiterentwicklung bieten! Auch zeitgemäße Arbeitsplatzausstattung, ein moderner Führungsstil und ein gutes Arbeitsklima sind wichtige Faktoren.

Einer Studie von ManpowerGroup Solutions zufolge sind diese vier Punkte ausschlaggebend für die Wahl des Arbeitsplatzes:

Unternehmen und Marke: Wie ist der Ruf des Unternehmens? Ist dessen Marke bekannt bzw. hat eine gute Reputation?

Transparenz bei der Vergütung: Wie sieht das Einstiegsgehalt aus? Gibt es Aufstiegsmöglichkeiten?

Sonderleistungen: Bietet das Unternehmen einzigartige Sonderleistungen, etwa alternative Arbeitszeitmodelle?

Philosophie, Ziele und Vision: Welche Werte und Ziele hat das Unternehmen? Teilt der Bewerber diese?

Der War for Talents - der Kampf um Nachwuchskräfte in Fachbereichen - hat auch Österreich erreicht. Was Führungskräfte über das Phänomen wissen sollten. War of talents
Was Sie als Arbeitgeber aktiv tun können, um für Nachwuchs-Fachkräfte attraktiver zu werden:

 Nutzen Sie moderne Rekrutierungsmethoden, etwa E-Recruiting – dabei wird vor allem das Mobile Recruiting immer wichtiger!

 Ihre Firmenwebsite ist das erste, das sich Bewerber ansehen werden (direkt nach dem Jobinserat) – achten Sie deshalb auf professionelles Auftreten.

 Individualisieren Sie Jobinserate und passen Sie diese an die gesuchten Fachkräfte an – kurz: Sprechen Sie mit ihnen in ihrer Sprache!

 Millennials wollen Transparenz! Eine genauere Angabe zu Vergütung, Aufgabenbereichen und Aufstiegsmöglichkeiten erhöhen Ihre Chancen, Young Professionals zu rekrutieren.

 Überprüfen Sie immer wieder Arbeitgeberbewertungen auf den einschlägigen Websites (z.B.kununu.com).


Die letzten Jahre zeigen: Fachkräfte werden zu Mangelware und es gilt, sich unter den vielen Unternehmen weiterhin zu behaupten. Punkten Sie deshalb mit attraktiven, aber realistischen Angeboten (etwa modernen Arbeitszeitmodellen oder Modellen wie BYOD) – und vor allem: Bleiben Sie am Ball!