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Phubbing, Smartphone-Sucht und Arbeitsalltag: Digital Detox soll dabei helfen, digital zu entschlacken. Was Geschäftsführer aktiv tun können.

Well-Being für Geschäftsführer, Teil 2: Digital Detox

Hannes Knorr / 18. Oktober 2018

Ob beruflich oder privat: Digitale Geräte sind unsere ständigen und, zugegeben, oft hilfreichen Begleiter. Häufig entwickelt man jedoch ein Suchtverhalten nach Smartphone und Co.: Der neue Trend heißt daher „Digital Detox“. Was dahinter steckt und wie man digital entschlackt, verraten wir.

7:00 Uhr morgens – der Griff geht reflexartig zum Handy. Erstmal alle E-Mails lesen, Antworten versenden und dann eine schnelle Tasse Kaffee. Das geht dann den ganzen Tag so weiter: Man checkt alle 10 Minuten seine Nachrichten, liest interessante Online-Artikel und kauft online ein.

Digital Detox, also digitales Entgiften, soll dabei helfen, die eigene Smartphone-Nutzung einzugrenzen und auf ein normales Maß zu reduzieren.

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Digital Detox für Geschäftsführer

Keine Arbeit ohne Internet: Ständige Erreichbarkeit und stundenlanges Sitzen vorm PC gehören für viele zum Arbeitsalltag. Das gilt vor allem für Geschäftsführer: Ohne Smartphone, Tablet und PC kann die Arbeit teilweise oder gar nicht mehr erledigt werden.

Oft geht’s gar nicht anders: Durch Arbeitszeitmodelle wie Telearbeit bzw. das Home Office verwischen die Grenzen zwischen Büro und Zuhause immer mehr (siehe Work-Life-Blending), nicht zuletzt auch durch das Smartphone.

Digitale Medien sind heutzutage nicht mehr wegzudenken im Büro. Digital Detox, Digitale Medien, Digitale Entgiftung, Wohlbefinden, Smartphone, Geschäftsführer, Stress, Work-Life-Balance, Phubbing

Smartphone-Sucht?

Studien zufolge beschäftigt sich der Durchschnitts-Österreicher drei Stunden täglich nur mit dem Smartphone.

Im Vergleich: Vor zehn Jahren waren es noch 15 Minuten.

Was der übermäßige digitale Genuss mit uns macht, ist noch nicht vollends erforscht – das durchgehende Online-Sein wird aber (immer) öfter in Zusammenhang mit Stress, sinkender Zufriedenheit, Müdigkeit und depressiven Phasen gebracht.

Eines ist aber klar: Die Lust, ständig online zu sein, kann sich im Extremfall zu einer Sucht entwickeln.

Interessant zu diesem Thema: Die ARTE Dokumentation „Immer vernetzt: Wenn das Gehirn überfordert ist“:

Was bringt Digital Detox?

Der Konsens von Digital Detox-Befürwortern: Ein reduzierter Gebrauch digitaler Endgeräte im Alltag soll für mehr Motivation, Kreativität und weniger (digitalen) Stress sorgen. Und: Die reduzierte Smartphone-Nutzung soll wieder achtsamer machen. Phänomene wie „Phubbing“ fallen dadurch weg – damit ist Digital Detox auch für die Pflege sozialer Kontakte förderlich.

Phubbing – Was ist das?

Der für eine australische Werbekampagne erfundene Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern phone (Telefon) und snubbing (brüskieren) zusammen.

Phubbing beschreibt die unhöfliche Angewohnheit von Handy-Nutzern, sich in Gesellschaft von Freunden und Familie nur mit ihrem Smartphone auseinander zu setzen.

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Unsere Tipps für Digital Detox

Unnötige Apps vom Handy löschen

Viele Apps sind unnötige Zeitdiebe. Seien Sie ehrlich mit sich: Welche Apps brauchen Sie wirklich? Den Rest: löschen!

Vieles lässt sich auch auslagern: Wecker, Musikplayer, Uhr etc. Ein guter Ersatz für die Facebook-Chronik: Lesen Sie doch ein Buch oder eine Zeitung!

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Wenn die Apps wirklich sein müssen: Push-Benachrichtigungen ausschalten und Apps nur zu geregelten Zeiten auf Nachrichten überprüfen!

Digital Detox-Apps: Online-Zeit überprüfen

Das reine Löschen der Apps ist häufig nicht ausreichend. Mittlerweile gibt es, ironischerweise, eigene Digital Detox-Apps, mit denen Sie Ihre Handy-Nutzung auswerten und kontrollieren können:

Moment – Screen Time Tracker: Gibt Auskunft über eigenes Nutzungsverhalten.

Forest – Stay focused: Pflanzt einen Baum, wenn ein Projekt gestartet wird – beim Öffnen bestimmter Apps stirbt dieser.

Quality Time: Überprüft die individuelle Online-Zeit und ermöglicht das Setzen von Limits.

Anwesend sein: Kein Phubbing mehr

Auch wenn es schwer fällt: Versuchen Sie, in Gesellschaft anderer das Handy wegzulegen, etwa beim Meeting mit den Mitarbeitern oder im Restaurant.

Ich verzichte aufs Smartphone: Andere einweihen

57% der Smartphone-Nutzer erwarten nach dem Senden einer Nachricht eine schnelle Antwort: Freunde und Familie sollen sofort oder innerhalb von Minuten antworten.

Teilen Sie Ihren Liebsten daher mit: Ich bin nicht mehr per IM (Instant Messenger) zu erreichen!

Im Notfall ist man immer noch telefonisch – also nicht über Apps – erreichbar. Dadurch kann in Folge auch das Smartphone mal für ein paar Stunden in der Tasche verschwinden.

Urlaub ohne Netz: Digital Detox-Camps

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Vor allem für jene, die im Berufsalltag durchgehend vor dem Computer sitzen, sind Offline-Retreats eine Möglichkeit, mal abzuschalten. In Amerika sind solche Camps schon länger ein voller Erfolg; auch im deutschsprachigen Raum erfreuen sie sich immer größerer Beliebtheit.

Viele Österreicher nutzen ihren Urlaub dazu, um auf digitale Geräte zu verzichten: Dafür gibt es bereits einige Digital-Detox-Camps.

Reduktion: Zurück zu den Mobiltelefonen der 90er

Viele User greifen auf altbewährte Mobiltelefone zurück, die sich lediglich für Telefonate und SMS eignen.

Sie brauchen Ihr Smartphone als Arbeitsgerät? Besorgen Sie sich ein solches Zweittelefon mit eingeschränkten Funktionen für den Urlaub.


Den Gebrauch digitaler Endgeräte kann man in der heutigen Arbeitswelt zwangsweise nicht lassen – aber man kann ihn zumindest reduzieren. Vor allem, wenn die Nutzungszeit von Smartphone und Co. auch in der Freizeit ausartet, kann Digital Detox durchaus angebracht sein.

Phubbing, Smartphone-Sucht und Arbeitsalltag: Digital Detox soll dabei helfen, digital zu entschlacken. Was Geschäftsführer aktiv tun können.

Lesen Sie dazu auch Teil 1 unserer Reihe Well-being für Geschäftsführer: Wie Sie mit Meditation Stress reduzieren.